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Fersenlauf - Laufanalyse Teil II

Fersenlauf ist besser als sein Ruf | Laufanalyse Teil II

In Teil I habe ich mich zum Vorfußlauf geäußert. Heute geht es um den Fersenlauf: Bei der Analyse der unterschiedlichen Stile trifft man sehr häufig auf den Fersenlauf (auch Rückfußlauf genannt). Viele Fersenläufer werden daraufhin kritisch betrachtet und es wird ihnen nahegelegt, sich vom Auftritt mit der Ferse zu verabschieden. Ist denn der Fersenlauf ein falscher Laufstil?  Wie schon gesagt: meiner Meinung und Erfahrung nach gibt es erst einmal kein „richtig“ oder „falsch“, sondern ein „machbar“ oder „nicht machbar“.

Fersenlauf ist die am häufigsten verbreitete Variante von unterschiedlichen Laufstilen. Woran liegt das? Der Fersenlauf entspricht dem „normalen“ Gangbild des Menschen, also dem Auftritt beim Gehen. Wenn wir gehen, treten wir immer mit der Ferse zuerst auf. Daher ist sehr oft bei Laufanfängern der Fersenlauf der automatisch gewählte Laufstil.

So lange keine Beschwerden auftauchen oder bestehen, bietet dieser Laufstil keinerlei Probleme.

Was passiert beim Fersenlauf?

Fersenläufer landen auf der äußeren Seite der Ferse. Unterteilt in drei Phasen sieht es beim Fersenlauf wie folgt aus:

  1. Dämpfungsphase/ Bodenkontaktphase: Der Fuß kommt mit der Ferse zuerst auf. Die Ferse nimmt den Stoß auf, der Fuß ist dabei leicht nach außen rotiert.
  2. Stabilisierungsphase: Der Fuß kippt leicht zur Mitte und das Fußgewölbe senkt sich. Die gesamte Fußsohle berührt in dieser Phase den Boden. Weil die Strukturen des Fuß nicht starr sondern beweglich sind, nennt man dies auch Abrollbewegung.
  3. Abdruckphase/ Vortriebphase: Bei korrektem Pronationsverhalten erfolgt der Abdruck über die Innenseite des Fußballens. Wie bei einer Feder entsteht durch das Absenken des Fußquergewölbes und der Anspannung der Wadenmuskulatur der Vortrieb.

Welche Faktoren beeinflussen den Laufstil?

Eine Laufanalyse zeigt die unterschiedlichen Laufstile: Vorfußlauf, Mittelfußlauf und Fersenlauf (Rückfußlauf).

Mögliche Faktoren für einen Laufstil sind: Untergrund, Profilierung, Neigung, genetische Disposition, Geschwindigkeit, Körpergewicht, Schwerpunkt, Achsen, Armbewegung und auch die Laufschuhe.

Die Wahl der Schuhe kann nicht den Laufstil verändern (aber Probleme verursachen…)

Vorteile beim Fersenlauf

  • Der Fersenlauf gilt als ökonomisch, vor allem bei Langstreckenbelastungen.
  • Er ist ist einfach zu erlernen.
  • Bei Problemen der Wadenmuskulatur und den dazugehörigen Sehnen ist der Fersenlauf empfehlenswert.

Auch beim Bergablaufen kann der Fersenlauf als Möglichkeit gesehen werden, kontrolliert zu laufen. Dies erfordert allerdings eine gut trainierte Beinstreckmuskulatur.

Nachteile und Risiken des Fersenlaufs

Fersenlauf bietet so gut wie keine natürliche Dämpfung, weil unsere Ferse aus knöchernen Strukturen besteht. Besondere Risiken bestehen bei Fersensporn, Rückenschmerzen, Hüftarthrose, Knick- und Senkfuß, Sprung- und Kniegelenksbeeinträchtigungen und -Arthrosen (Auch Meniskus und Kreuzband).

Energetisch ist der Fersenlauf ein sehr ökonomischer Laufstil: geringe Dynamik erleichtert lange Laufumfänge (Marathon und Ultrastrecken).

Für hohe Laufgeschwindigkeiten / Sprints ist dieser Laufstil komplett ungeeignet. Auch für Barfußläufer ist der Fersenlauf nur auf entsprechend weichem Untergrund (Wiese, Sand, weichem Waldboden…) wohl dosiert empfehlenswert.

Schuhe für Fersenläufer

Schuhe für Fersenläufer sollten unbedingt eine gute Fersendämpfung besitzen. Die Sprengung sollte bei mindestens 6 mm oder größer liegen. Pronierer achten auf Pronationsunterstützung oder geeignete Einlagen. Wettkampfschuhe mit wenig Dämpfung sind für diesen Laufstil eher ungeeignet.

Never change a running system

Ein versierter Läufer hat gelernt, dort, wo es notwendig ist, seinen Laufstil zu variieren. Damit kann er sich optimal an unterschiedliche Untergründe oder Belastungen anpassen und einseitige orthopädische Überlastungen verhindern. Dies erfordert ein hohes Mass an Erfahrung und Training.

Ihr Laufstil ist Ihr persönlicher Laufstil! Wenn Sie schon länger laufen, sollten Sie den Laufstil nicht grundlegend verändern, so lange Sie beschwerdefrei laufen. Zur Beschwerdevorbeugung und Analyse von Schmerzbildern ist eine orthopädisch-biometrische Laufanalyse sinnvoll. Erweitern Sie Ihr Laufstil-Portfolio zur Anpassung an unterschiedliche Begebenheiten am besten unter Anleitung und mit Mass.

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Laufanalyse Teil I – Vorfußlauf

Laufanalyse Teil II – Mittelfußlauf (coming soon)

Orthopädisch-biometrische Laufanalyse

Sie möchten genauer wissen, wie Ihr persönlicher Laufstil aussieht? Oder haben Sie wiederkehrende Probleme oder Schmerzen beim Laufen? In meiner orthopädisch-biometrischen Laufstilanalyse schauen wir uns das gemeinsam an und finden individuelle Lösungen. Vereinbaren Sie gerne einen Termin oder schreiben Sie uns hier eine Nachricht:

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Vorfusslauf - Laufen auf dem Vorfuss für schnelle Sprints und kurze Strecken

Mythos Vorfußlauf – Laufanalyse Teil I

Viele Läufer und Experten sagen: „Es gib nur einen richtigen Laufstil!“ Ist das wirklich so? Meiner Meinung und Erfahrung nach gibt es erst einmal kein „richtig“ oder „falsch“. Vorfußlauf ist eine Variante von mehreren Laufstilen. Je nach anatomischer Gegebenheit hat jeder seinen individuellen Laufstil, welcher unter gesunden Bedingungen auch nicht kritisiert oder gar geändert werden muss.

Was ist Vorfußlaufen?

Vorfußläufer laufen auf dem Ballen des Fußes. Angelehnt an die Technik der Sprinter wirkt er besonders dynamisch. Man kann den Vorfußlauf in drei Phasen unterteilen:

  1. Dämpfungsphase/ Bodenkontaktphase: Der Fuß kommt mit dem Ballen zuerst auf. Durch die Wadenmuskulatur, Bänder und Sehnen wird der Aufprall intensiv gedämpft.
  2. Stabilisierungsphase: In der zweiten Phase senkt sich das Fußgewölbe ab. Je nach Disposition berührt die gesamte Fußsohle in dieser Phase den Boden.
  3. Abdruckphase/ Vortriebphase: Das Gewichtes wird nach vorne verlagert, durch die Arbeit der Wadenmuskeln und der Beinbeuger wird das Bein gestreckt und es kommt zum Abdruck.

Welche Faktoren beeinflussen den Laufstil?

Eine Laufanalyse zeigt die unterschiedlichen Laufstile: Vorfußlauf, Mittelfußlauf und Fersenlauf (Rückfußlauf).

Mögliche Faktoren für einen Laufstil sind: Untergrund, Profilierung, Neigung, genetische Disposition, Geschwindigkeit, Körpergewicht, Schwerpunkt, Achsen, Armbewegung und auch die Laufschuhe…

Ein versierter Läufer hat gelernt, dort, wo es notwendig ist, seinen Laufstil zu variieren. Damit kann er sich optimal an unterschiedliche Untergründe oder Belastungen anpassen und einseitige orthopädische Überlastungen verhindern. Dies erfordert ein hohes Mass an Erfahrung und Training.

Vorteile beim Vorfußlauf

Der Vorfußlauf gilt als gelenkschonend, kraftvoll und elegant.

  • Durch den Dämpfungseffekt schont der Vorfußlauf Fuß-, Knie und Hüftgelenk
  • Vorfußläufer haben meistens keine oder wesentlich geringere Probleme mit Überpronation
  • Es gilt die Formel: Größerer Abdruck > größere Schrittlänge > höhere Laufgeschwindigkeit

Der Vorfußlauf wird häufig als natürliches Laufen bezeichnet (natural running). Evolutionsgeschichtlich hat der Barfußlauf auch tatsächlich auf dem Vorfuß stattgefunden. Allerdings hat es damals auch keinen Asphalt gegeben – natürliche Untergründe können sich an den Fuß anpassen bzw. umgekehrt. Der „Impact“ wird dadurch in einem erträglichen Mass gehalten. Diese Funktion übernehmen heute unsere Laufschuhe.

Auch beim Bergauflaufen nutzen wir automatisch den Vorfußlauf.

Nachteile und Risiken des Vorfußlaufs

Beim Vorfußlauf muss der Fußballen auf kleiner Fläche hohe Stoßkräfte abfangen. Wadenmuskulatur und Sehnenapparat werden einer hohen Belastung ausgesetzt. Dies kann zu Überlastungserscheinungen führen. Insbesondere ist der Vorfußlauf nicht oder weniger geeignet bei Hallux Rigidus, Hallux Valgus, Spreizfuß, Verkürzungen in Achillessehne oder Schmerzen in der Wadenmuskulatur.

Energetisch ist der Vorfußlauf der kraftaufwendigste Laufstil. Daher ist er eher für kurze Distanzen, Sprints und Techniktraining geeignet.

Schuhe für Vorfußläufer

Ein Vorfußläufer hat deutlich mehr Auswahl beim Laufschuhkauf: Er muss nicht so sehr auf die Dämpfungseigenschaften zurückgreifen. Auch die Sprengung spielt für ihn eine eher untergeordnete Rolle.

Never change a running system

Ihr Laufstil ist Ihr persönlicher Laufstil. Wenn Sie schon länger laufen, sollten Sie den Laufstil nicht grundlegend verändern, so lange Sie beschwerdefrei laufen. Zur Beschwerdevorbeugung und Analyse von Schmerzbildern ist eine orthopädisch-biometrische Laufanalyse sinnvoll. Erweitern Sie Ihr Laufstil-Portfolio zur Anpassung an unterschiedliche Begebenheiten am besten unter Anleitung und mit Mass.

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Laufanalyse Teil II – Fersenlauf

Laufanalyse Teil III – Mittelfußlauf (coming soon)

Orthopädisch-biometrische Laufanalyse

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Sports & Diagnostic Lauftreff - Wöchentlich in Maudach/LU

Laufschuhe – Die 6 wichtigsten Kriterien für den passenden Laufschuh

Für viele, die mit dem Laufen beginnen wollen, und auch für die, die bereits Läufer sind, stellt sich immer wieder die Frage: welcher Schuh ist der Richtige für mich und wie finde ich den passenden Laufschuh?

Tools im Laufschuhsegment

Hier bieten der moderne Einzelhandel und auch der Onlinehandel die vielfältigsten Tools an: Vom Laufschuhgenerator bis hin zu hochwissenschaftlichen thermografischen Drucksensoren.

Ein stark verbreitetes Segment, mittlerweile allerdings schon fast fast wieder auf dem Rückzug, ist der Natural Running Bereich. Gleich vorweg: Diese Art der Laufschuhtechnik ist für den modernen Menschen nur bedingt umsetzbar. Also was tun?

Auf der Suche nach dem richtigen Laufschuh

Prinzipiell ist meine Überzeugung, der Kauf über eine persönliche Beratung ist die einzige Möglichkeit einen Schuh auf individuelle Bedürfnisse abzustimmen! Ist das Personal im ausgewählten Laden kompetent? Eine Recherche im Netz oder persönliche Empfehlungen bietet erste Einschätzungsmöglichkeiten. Ausserdem unerlässlich: Ein Laufband oder die Möglichkeit, auf einer Laufbahn oder gar draußen zu testen.

Und jetzt beginnt das eigentliche Problem für viele erst: Nehme ich Schuhe mit Pronationsstütze oder ohne? Neutralschuhe mit viel oder wenig Sprengung? Vielleicht doch Natural Running Schuhe….? Breite Zehenbox, schmale Zehenbox? Welches Dämpfungssystem? Oh Gott, nicht zu vergessen, die Farbe muss auch noch passen…

Die 6 wichtigsten Kriterien für deinen Schuhkauf

Hier ein kleiner Fahrplan für deinen Schuhkauf:

  1. Welches Level. Du solltest wissen und mit dem Berater abstimmen, bist du Anfänger, Fortgeschrittener oder Ultra- / Vielläufer? Bist Du Wettkampfläufer?
  2. Orthopädische Probleme. Bestehen oder bestanden bei dir orthopädische Probleme (Fehlstellungen, Operationen, ältere Verletzungen, Überlastungserscheinungen)?
  3. Laufstil. Welchen Laufstil pflegst du? Vorfuß-, Mittelfuß- oder Fersenlauf?
  4. Untergrund. Läufst du ausschließlich Asphalt, läufst du Mischgelände? Läufst du durchs Gelände, bist du Trailläufer?
  5. Läufertyp. Bist Du leicht, mittel oder schwer gebaut? Hast du die notwendige Körperspannung? Wie sieht es mit deiner Bauch- und Rumpfmuskulatur aus?
  6. Design & Preis. Last but not least: Aussehen zählt. Der Schuh soll gefallen! Und der Preis auch.

Wenn du einen qualifizierten Verkäufer deines Vertrauens gefunden hast, und diese 6 Kriterien beim Laufschuhkauf berücksichtigst, ist dein Laufschuhkauf schon fast in trockenen Tüchern.

Ein guter Berater ist übrigens im besten Fall selbst leidenschaftlicher Läufer oder verfügt über langjährige Lauferfahrung 🙂

Laufschuh-Tipps von mir

Hier noch ein paar spezielle Laufschuh-Tipps von mir:

Zunächst: Lasse niemals deinen Laufstil kritisieren! Die wenigsten Menschen sind in der Lage, ihren Laufstil ohne weiteres grundlegend zu verändern. Laufstilveränderung bedarf sehr viel Training und damit verbundenen Zeitaufwand. Die Laufschuhindustrie bietet heute für jeden Laufstil entsprechendes Laufmaterial an.

Wähle das für dich passende Laufwerk: Falls du Fersenläufer bist, trage Schuhe mit nicht zu wenig Sprengung! Ein schwerer Läufer braucht eine besonders gute Dämpfung! Ein „Lauffloh“ darf auch mal mit wenig Dämpfung unterwegs sein. …

Bleibe bei deiner vernünftigen Selbsteinschätzung! Wer mehr als 2 Stunden für einen Halbmarathon benötigt, muss keinen superleichten Strassenflitzer tragen. Gönne dir in dem Fall lieber Komfort, deine Gelenke werden es dir danken.

Sorge für Abwechslung: Mit 2-3 Paar unterschiedlichen Laufschuhen bist du für mehrere Läufe pro Woche gut ausgerüstet! Unterschiedlich heisst z.b., achte auf unterschiedliche Sprengung und Dämpfung (EVA/BOOST/Everrun etc.). Damit beugst du einseitigen Belastungen vor.

Ganzheitliche Laufanalyse

Solltest du nach Fehlkäufen oder bereits aufgetretenen körperlichen Beschwerden immer noch unsicher sein, welcher Laufschuh für dich der passende ist, hier etwas Werbung in eigener Sache: Bei mir kannst du eine Laufanalyse machen mit vorausgehender Anamnese, ganzheitlicher Körperanalyse und entsprechenden individuellen Empfehlungen für Laufstil und Lauftyp. Dauer ca 45 min, Kosten: 49 €. Nutzen: unbezahlbar :). Mehr über mein Angebot findest du hier.

PS. Alter ist übrigens weniger ein Kriterium. Laufen kann man in jedem Alter 🙂